EnOcean auf dem Pi

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Vor ein paar Tagen hatte ich mich kurz im Internet schlaugemacht ob es eine Möglichkeit gibt EnOcean-Signale mit dem Raspberry Pi zu empfangen und, im nächsten Schritt, auch zu senden. Dabei bin ich in der Kürze der Zeit allerdings leider nur auf einen Artikel (Electronics Eetimes | EnOcean demos Rasperry Pi board as wireless gateway) gestoßen, bei dem das EnOcean-Funkmodul direkt mit den IO-Ports des Pi verbunden wird.

Das war allerdings nicht genau das, was ich mir vorgestellt hatte. Vor ein paar Monaten gab mir ein Kollege nämlich ein Entwicklings-Kit von EnOcean; das sogenannte "ESK 300 / ESK 300C EnOcean Starter Kit". Im Büro konnte ich damals nichts damit anfangen, da wir dort vollwertige EnOcean-Geräte zur Software-Entwicklung verwenden. Also wanderte der Karton erst einmal in den Schrank. Das Starter-Kit enthält jedoch einen USB-Empfänger, der EnOcean-Signale verarbeiten und auf einem PC bereitstellen kann. Und genau den wollte ich jetzt eigentlich auf dem Pi verwenden.

Ein Kollege, der seine Hausautomation mit FS20-Komponenten von ELV betreibt, nun aber Probleme damit hat, weil ein anderer Hausbewohner die Signale stört (er verwendet ein UMTS-Router für die Internetverbindung), hat mir diese Woche dann fhem (FHEMs Einstiegsseite) gezeigt.
fhem hat den großen Vorteil, dass es mehrere verschiedene Automationssystem wie z.B. KNX, FS20 und EnOcean unterstützt und zum Betrieb lediglich eine Box, auf der ein perl-Interpreter läuft, benötigt. Das ermöglicht es dem Nutzer, fhem auf einem System zu installieren, das ohnehin zu ganzen Tag in seinen Dienst tut (wie z.B. ein NAS oder eine FRITZ!Box).
Mein NAS läuft nicht den ganzen Tag (um Portmonee und Festplatten zu schonen) und man kann dort leider auch nicht so einfach ein beliebiges Programm installieren aber mit dem Pi wäre das durchaus möglich; immerhin verbraucht er während des Betriebs nur ca. 3 Watt.

Eine SD-Karte mit bereits installiertem Raspbian ist bei mir ja noch vorhanden; dort hatte ich einmal versuchsweise "Quake III Arena" installiert. Ich habe also den EnOcean-Empfänger in den Pi gesteckt, diverse Updates durchgeführt und nach Anleitung (FhemWiki | Kategorie: Raspberry Pi) fhem installiert.
Und siehe da: Es hat einwandfrei funktioniert! (Aus Erfahrung bin ich bei Tutorials zum Thema Linux immer sehr skeptisch.) Wer die Schritte nachvollziehen möchte, für den habe ich weiter unten eine Installationsanleitung verfasst, nach der ich vorgegangen bin.
In den nächsten Wochen werde ich mich tiefergehend mit fhem beschäftigen und einige EnOcean-Komponenten aus dem Büro mitbringen, um sie ausgiebig zu testen. Sollte alles so gut funktionieren wie bisher, könnte ich mir vorstellen, meine Wohnung mit den Komponenten auszustatten.

 

Inhalt des Starter-Kits (nur die interessanten Komponenten ^^):

  • USB 300(C): USB Stick Gateway
  • PTM 200(C): Self-powered push button switch
  • STM 300(C): Self-powered temperature sensor
  • ECO 200: Push button energy generator
  • PTM 330(C): Push button radio module
  • 2 Housing examples

 

Installationsanleitung

Dies ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie ich erfolgreich meinen Pi mit den EnOcean-Komponenten des Starter-Kits verbinden konnte. Während des gesamten Vorgangs war das "EnOcean USB Stick Gateway" am Pi eingesteckt (bitte vor dem Hochfahren einstecken). HotPlug scheint nicht zu funktionieren - zumindest führte dies bei mir zum Abbruch der SSH-Verbindung.
Hinweis: Alle mit einer Raute ("#") gekennzeichneten Codezeilen sind Kommentare und brauchen nicht mit eingegeben zu werden.

  1. Falls noch nicht passiert, muss selbstverständlich der Raspberry Pi zunächst mit einem Betriebssystem bestückt werden. Ich habe hier Raspbian verwendet.

  2. Es sollten Updates installiert und danach das Gerät sicherheitshalber neu gestartet werden:
    # Paketlisten erneuern
    sudo apt-get update
     
    # Pakete erneuern
    sudo apt-get upgrade
     
    # neustarten
    sudo restart
  3. Um sicher zu gehen, dass die USB-Ports korrekt funktionieren, sollte ein Firmware-Update durchgeführt werden. Dazu bietet sich das folgende Tool an: GitHub | Hexxeh/rpi-update

  4. Nun kann mit der eigentlichen Installation von fhem begonnen werden (das geht wesentlich schneller als das Einspielen der Updates ^^):
    # Installation von Perl und passenden Bibliotheken
    sudo apt-get install perl libdevice-serialport-perl libio-socket-ssl-perl
     
    # Auflösen von Paketabhängigkeiten
    sudo apt-get install -f
     
    # Download & Installation von fhem (zu diesem Zeitpunkt aktuelle Version)
    wget http://fhem.de/fhem-5.4.deb
    sudo dpkg -i fhem-5.4.deb
  5. Anschließend sollte fhem über die URL http://fhem-host:8083/fhem (PCs) bzw. http://fhem-host:8084/fhem (Smartphones) oder http://fhem-host:8085/fhem (Tablets) erreichbar sein.

 

Galerie

Mit diesem Paket kann man eigene EnOcean-Hardware entwickeln Aufbau eines Schalters (v.l.): Energieerzeuger, EnOcean-Funkmodul und Gehäuse Der Versuchsaufbau Erster erfolgreicher Versuch der Kontaktaufnahme

Referenzen

Messe Beauties
Die bezaubernsten Frauen deutscher Messen!
Posaunenchor Simmershausen
Posaunenchor der ev. Kirchengemeinde Simmershausen
Astrid Schellens Computer & Telekommunikation
Wenn's um Ihren Computer geht...

Referenzen (Vereine)

Turngau Nordhessen
Verband der nordhessischen Turnvereine
Wagner Verband Kassel
Richard Wagner Verband - Ortsverband Kassel

Bekannte

Nanoschultz
Die private Webseite von Karin Schultz
Michael Schultz
Die private Webseite von Dr. Michael Schultz

Arbeitgeber

PhoneTec GmbH
smart solutions for smart phones
ComTec
Universität Kassel - Fachbereich Kommunikationstechnik